Der Lustgarten in Berlin

Nach vielen Jahren Tristesse zeigt sich der Lustgarten seit September 1999 nun wieder als gärtnerisch gestalteter Platz. Der 1935 gepflasterte Platz vor dem Alten Museum ist weitläufigen Rasenflächen, Blumen und Wasserspielen gewichen.

Die Planungen des Garten- und Landschaftsarchitekten Prof. Hans Loidl interpretieren die historischen Entwürfe von Karl Friedrich Schinkel aus dem Jahr 1828. Der Lustgarten, wie er sich heute präsentiert, ist allerdings nicht als Rekonstruktion des Schinkelschen Entwurfes zu verstehen.
Materialwahl, Möblierung, Einfassung und Modellierung der Rasenflächen sowie der Umgang mit Wasser und Licht betonen vielmehr seinen Stellenwert als zeitgenössische Gartenanlage, die Schinkels ausgeführten Entwurf lediglich zitiert und interpretiert.

Ihren wichtigsten Ausdruck findet diese Neuinterpretation darin, dem Lustgarten eine Topographie zu geben. Während seine Gehbereiche ebenerdig an die umliegenden Pflasterflächen anschließen, entsteht durch das Anheben und Modellieren der Rasenflächen ein flaches Relief.
Die Materialwahl und deren Verwendung sind neben der Topographie ein weiteres wichtiges Ausdrucksmittel. Die gewählten Natursteine für den Garten und die Tennenfläche für den Lindenhain vermitteln einen selbstverständlichen, unaufdringlichen Eindruck, der mit Gestus und Material der umliegenden historischen Bezugsbauten harmoniert.

###

Hinzu kommen die formale, gleichzeitig „klassisch” wirkende Eigenständigkeit von Bänken und Pflanzgefäßen sowie die individuelle Sprache der Brunnenskulptur, die sich jedem historischen Vorbild entzieht.

Finanziert wurde die Neugestaltung von der Allianz Umweltstiftung und dem Land Berlin.

Planung: Atelier Prof. Loidl, Berlin

Lage
: An der Karl-Liebknecht-Straße zwischen Dom, Altem Museum und Spree.

Zur Galerie....