Planen und Realisieren
Als Servicegesellschaft des Landes Berlin wird die Grün Berlin GmbH für herausragende freiraumplanerische Projekte tätig, die entweder städtebaulich oder stadtpoltisch von überregionalem Interesse sind oder interdisziplinäres, verwaltungsübergreifendes Management erfordern.
Die Gesellschaft plant, entwickelt und realisiert deshalb vorrangig Freiraumprojekte für Berlin als Bundeshauptstadt, Kultur-, Touristik- und Dienstleistungsmetropole, die von überregionaler Bedeutung und Ausstrahlung sind.
Im Zuge der Hauptstadtentwicklung hat die Gesellschaft stadtbildprägende Plätze und Grünanlagen in zentraler Lage geplant und gebaut, die von historischer Bedeutung sind und sich im Umfeld berühmter Kultureinrichtungen befinden. Hierzu zählen zum Beispiel der Lustgarten, der Monbijoupark oder der Leipziger Platz.
Die Gesellschaft baut ferner Parks- und Grünanlagen, die räumlich oder funktional bezirksübergreifend sind, wie den Mauerpark, den Park am Nordbahnhof, den Grünzug an der Panke oder den Berliner Mauerweg. Sie koordiniert und setzt landschaftplanerische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen von gesamtstädtischer Bedeutung um, wie den Grünzug Bullengraben.
Gegenwärtig realisiert die Grün Berlin GmbH folgende Projekte:
Park am Gleisdreick
Wo früher Eisenbahnzüge über versiegelte Flächen rollten, entsteht derzeit ein Park neuen Typs. Er befindet sich auf dem ehemaligen Areal des Anhalter- und Potsdamer Güterbahnhofs, das durch seine zentrumsnahe Lage jahrelang als Logistikfläche für die Bauarbeiten am Potsdamer Platz genutzt wurde. Die Stadtbrache war dadurch seit 40 Jahren für die Öffentlichkeit unzugänglich. Den internationalen freiraumplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb zur Gestaltung des Parks gewannen im Jahr 2006 die Landschaftsarchitekten und Stadtplaner des Atelier Loidl aus Berlin. Ihr planerisches Leitbild für die beiden durch die ICE-Trasse getrennten Parkteile, den sogenannten Ost- und Westpark, sieht großzügige Rasenflächen im Zentrum und einen vielfältig nutzbaren Rahmen für Spiel, Erholung und Kommunikation vor. Am 2. September 2011 wurde die erste Hälfte des neuen Parks eröffnet, der Westpark wird 2013 fertiggestellt.
Tempelhofer Freiheit (ehemalige Flugfeld)
Nach der Schließung des Flugbetriebs sind die 303 Hektar großen Freiflächen des ehemaligen Flughafens Tempelhof seit Mai 2010 für die Öffentlichkeit zugänglich. Schritt für Schritt wird hier in den nächsten Jahren in einem nachhaltigen Entwicklungsprozess eine vielseitig nutzbare und strukturierte urbane Parklandschaft entstehen.
Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, schon jetzt das abgeschlossene Gelände zu entdecken. Genießen Sie den überraschenden Luxus der Weite mit dem großen Wiesenmeer mitten in Berlin und erkunden Sie den Lebensraum der besonderen Pflanzen und Tiere in der zukünftigen Parklandschaft.
Grünzug Südpanke
Die „Parkanlage Grünzug Südpanke“ umfasst den Gewässerabschnitt der Panke von der
Habersaathstraße bis zur Chausseestraße. Der Ausbau des Grünzuges an der Panke dient der
großräumigen Vernetzung unter gewässerökologischen Aspekten und der landschaftsarchitektonischen Gestaltung und wird in zwei Teilschritten realisiert.
Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer
Ziel der Maßnahmen im Bereich der Gedenkstätte Berliner Mauer ist eine erhebliche flächenmäßige Erweiterung und qualitative Aufwertung dieser Anlage auf dem ehemaligen Grenzstreifen an der Bernauer Straße. Der Gedenkstättenbereich wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Mauerbaus bereits am 13.08.2011 eröffnet. Die Einweihung war Teil der zentralen Gedenkveranstaltung des Landes Berlin und der Bundesrepublik Deutschland und fand in Anwesenheit des Bundespräsidenten Christian Wulff, der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, weiterer hochrangiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland und zahlreicher Bürger statt.
Ergänzung des Berliner Mauerwegs
Zu den wesentlichen Inhalten der Gedenkstättenkonzeption gehören Erhalt und Sicherung der vorgefundenen, teilweise denkmalgeschützten Relikte der Grenzanlagen, sowie Wegebau- und Instandsetzungsarbeiten innerhalb der insgesamt 160 km langen Mauerwegtrasse. Hierfür wurde in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe ein Denkmalpflege-Management-Plan erarbeitet, der Maßnahmen zur Konservierung der Mauerrelikte ausweist. Innerhalb der geplanten Gedenkstättenerweiterung werden diese Maßnahmen baulich umgesetzt. Zudem wurden weitere Erinnerungszeichen für Maueropfer am Außenring des Berliner Mauerweges eingebaut, die das bereits vorhandene Informations- und Gedenksystem qualifizieren.
Christlicher Garten in den „Gärten der Welt"
Das weltweit einmalige Konzept der „Gärten der Welt“ beinhaltete nebeneinander situierte Gärten aus unterschiedlichen Kulturkreisen, deren Gestalt durch die Religion des jeweiligen Kulturkreises geprägt sind. Auch der Christliche Garten fügt sich so in das Gesamtkonzept ein. Die statisch tragenden Schriftzeichen aus dem Alten und Neuen Testament sowie aus Philosophie und Kultur laden nicht nur zum Lesen ein, sondern bilden bei Sonneneinstrahlung auch ein lebhaftes Wechselspiel aus Licht und Schattens - eines der zentralen Leitthemen des Gartens – und der europäischen Kultur.
Flaschenhals
Das Projekt „Flaschenhals“ schließt südlich an das Gleisdreieck an. Ziel des Projekts ist insbesondere die Weiterführung des überregionalen Fernradweges Berlin-Leipzig, der vom Potsdamer Platz kommend über das Gleisdreieck und die Yorckbrücke 10 den Flaschenhals anbindet und in den stadträumlich bedeutsamen Nord-Süd-Grünzug eingliedert.
Nord-Süd-Grünzug
Der Nord-Süd-Grünzug wird Teil des überregionalen Fernradweges Berlin-Leipzig und liegt im Bezirk Tempelhof- Schöneberg südlich der Yorckstraße und westlich der Trasse der S-Bahnlinie S2 zwischen den Stationen Yorckstraße und Bahnhof Südkreuz. Ziel ist die bessere Verbindung des neu gebauten Bahnhofs Südkreuz mit anderen Teilgebieten des Stadtumbaugebietes. Hierzu soll ein Fuß-, Rad- und Skaterweg errichtet werden. Zusätzliche Rampen und Treppenanlagen ermöglichen neue Wegeverbindungen zu umliegenden Wohnquartieren, während gleichzeitig im Bereich nördlich der Monumentenbrücke neue Spiel- und Sportmöglichkeiten geschaffen werden.
Havelradweg
Ziel des Projekts ist die Schaffung einer durchgängigen
Radwegeverbindung in Berlin-Spandau zur Fortsetzung des im Land Brandenburg bereits fertiggestellten Havelradweges. Das Gesamtprojekt gliedert sich in mehrere Teilabschnitte.
Außerdem betreut die Gesellschaft folgende Projekte (Pflege- und Entwicklungsmanagement):
Sowjetisches Ehrenmal in Treptow
Das im Treptower Park gelegene Sowjetische Ehrenmal umfasst eine Fläche von rund 10 Hektar und bedarf aufgrund seiner historischen Bedeutung einer professionellen Pflege mit besonderer Sorgfalt. Die vorrangige Aufgabe besteht daher darin, die Ensembles aus Hochbauten und Grünflächen zu erhalten und qualitätsvoll zu entwickeln.
Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten
Unweit des Brandenburger Tores am Ende der ehemaligen Siegeshalle wurde die insgesamt rund 60.400 m² großen Anlage errichtet und bereits am 11.November 1945 eingeweiht. Im rückwärtigen, gärtnerisch gestalteten Teil des Ehrenmals befinden sich die Gräber von mehr als 2.000 gefallenen Sowjetsoldaten.
Sowjetisches Ehrenmal in Schönholz
Die 30.000 m² große Anlage des Ehrenmal und Soldatenfriedhof in Schönholz wurden in den Jahren 1947 bis 1949 errichtet. Auf dem Soldatenfriedhof sind mehr als 13.000 gefallenen Offiziere und Soldaten der Roten Armee beigesetzt worden. Der Ehrenhain ist von einer rund 560 m langen Mauer umgrenzt, welche 100 Bronzetafeln mit den Namen, Dienstgraden und Geburtsjahren von 2.647 gefallenen Sowjetsoldaten trägt.
Außenanlagen Jüdisches Museum
Eine von den Landschaftsarchitekten Cornelia Müller und Jan Wehberg geplante Außenanlage mit dem bekannten "Der Garten des Exils", der aus 49 Stelen, die sechs Meter hoch und mit Ölweiden bepflanzt sind, besteht.
Comenius-Garten in Neukölln
Das über Jahre hinweg erworbene hohe Ansehen dieser ca. 7000 Quadratmeter großen Grünanlage wirkt sich positiv auf ihr innerstädtisches Umfeld aus. Ziel ist eine schon mit Gründungsurkunde des Comenius-Gartens geforderte wissenschaftliche Betreuung.
Touristisches Wegeleitsystem
Das Touristische Wegeleitsystem soll Berlin-Besuchern und Ortsunkundigen als Orientierungshilfe zur fußläufigen Erkundung der Stadt dienen. Aufgenommen in diese touristische Wegweisung wurden überregional bedeutsame Ziele. Mit der Betreuung ist neben der Kontrolle und Instandsetzung bereits installierter Schilder und der weiteren Stimmigkeit der Zielpfade auch die Ergänzung und Aktualisierung verbunden, notwendig beispielsweise durch Neubauten oder Neuschaffung hinzukommender Institutionen. Die Anzahl der installierten Schilder beläuft sich mittlerweile bereits auf ca. 1.150.
Berliner Mauerweg
Der Berliner Mauerweg ist eine insgesamt 160 km lange Mauerwegtrasse aus teilweise denkmalgeschützten Relikten der Grenzanlagen. Zu den wesentlichen Konzeptionszielen gehören Erhalt und Sicherung, sowie Instandsetzungsarbeiten.

