Geschichte des Tempelhofer Feldes
Der Flughafen Tempelhof (Gebäude und Freiflächen) stellt ein bedeutendes Dokument der Luftfahrt, Architektur und Bautechnik des 20. Jahrhunderts dar.
Auf dem ehemaligen Exerzierfeld der Kaiserzeit zogen in den 1920er Jahren die Flugexperimente der Luftverkehrspioniere (Otto Lilienthal, Gebrüder Wright, Graf Zeppelin) die Massen an. 1923 öffnete der erste Berliner Zentralflughafen seine Tore, ab 1926 war hier eine Luftverkehrsgesellschaft ansässig, die sich später zur Deutschen Lufthansa entwickelte.
Unter den Nationalsozialisten sollte der Flughafen zum zentralen europäischen Luftkreuz ausgebaut und Mittelpunkt des Weltflugverkehrs werden. Der Architekt Ernst Sagebiel entwarf deshalb eine monumentale Anlage, die für einen dreißig Mal höheren Bedarf ausgelegt war, als er zur Bauzeit bestand.
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Nach dem Zweiten Weltkrieg und der „Berliner Luftbrücke“ von 1948/1949 wurde der Flughafen Tempelhof zum Symbol für das Freiheitsstreben der Berliner, die durch die Blockade von Westdeutschland abgeschnitten waren. Tempelhof war der Hauptumschlagplatz für Nahrungsmittel und andere Güter zur Versorgung der eingeschlossenen Stadtbevölkerung. Zeitweise landeten die Transportmaschinen alle zwei Minuten. Bis zur Einrichtung des Transitverkehrs durch die DDR bot der Flugverkehr die einzig sichere Verbindung zwischen West-Berlin und Westdeutschland. Den West-Berlinern galt der Flughafen in diesen Jahren als "Tor zur Welt".
1951 gab die amerikanische Besatzungsmacht, die den Flughafen Tempelhof in der Nachkriegszeit als Militärflughafen unterhielt, den Flughafen auch für den zivilen Flugverkehr frei. 1975 wurde Tempelhof für den zivilen Flugverkehr geschlossen, weil das Flugfeld für die neu entwickelten Düsenmaschinen nicht mehr geeignet war. Als Ersatz entstand in Berlin-Tegel ein neuer, internationaler Flughafen; der Militärflughafen der US Air Force blieb jedoch bis 1993 in Tempelhof.
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Nach der Wiedervereinigung kam es zu einer vorübergehenden Wiederaufnahme des zivilen Flugverkehrs (v.a. innerdeutsche Flüge) bis zur endgültigen Schließung des Flughafens im Oktober 2008 bedingt durch den Ausbau des BBI (Berlin-Brandenburg International Airport).
Beschreibung des Flughafenensembles
Der Monumentalbau ist eines der wenigen fast vollständig realisierten Beispiele der nationalsozialistischen Hauptstadtplanung. Die Bauten am Platz der Luftbrücke, am Columbiadamm, Mehringdamm und am Tempelhofer Damm wurden 1935-39 von Ernst Sagebiel im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums errichtet. Die Architektur des Flughafens Tempelhof vereint zwei architektonische Strömungen der 1930er Jahre: - eine zur Stadt gerichtete repräsentative Bauweise und eine der eindrucksvollsten zeitgenössischen Ingenieurkonstruktionen, die sich zum Flugfeld orientiert. Die beiden Architekturstile verdeutlichen die Ambivalenz der Architektur in der Zeit des Nationalsozialismus.
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Die gesamte Flughafenbebauung ist axial auf das Kreuzbergdenkmal ausgerichtet, zu dem eine architektonisch gestaltete Allee führen sollte. Den halbrunden Vorplatz (heute: Platz der Luftbrücke) umgeben viergeschossige Verwaltungsgebäude, die für die Büros der Fluggesellschaften gedacht waren.
Vor dem ehemaligen fünfgeschossigen Empfangsgebäude liegt ein rechteckiger Vorplatz, der von dreigeschossigen Flügelbauten mit Laubengängen im Erdgeschoss flankiert wird.
Auf der Attika des Gebäudes stand einst das Wahrzeichen des Flughafens – ein riesiger Adler aus Aluminium (gestaltet von Walter E. Lemcke), der 1962 demontiert wurde. Nur der Adlerkopf blieb erhalten, er wurde 1985 vor dem Eingang zur Haupthalle auf einer kleinen platzartigen Fläche (Eagle Square) aufgestellt.
Das Empfangsgebäude leitet zum 1,3 km langen Flugsteig- und Wartungstrakt über, der das elliptische Flugfeld begrenzt. In der Mitte befindet sich der zum Flugfeld geöffnete Flugsteig, daran schließen sich auf beiden Seiten Flugzeughallen an.
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Das Flugfeld ist weitgehend unversiegelt, die befestigten Landebahnen in Ost-West-Richtung entstanden erst in der Nachkriegszeit.


