Giardino della Bobolina
Gartengestaltung

Als ein weiterer Baustein der „Gärten der Welt“ ist am Westeingang des Erholungsparks Marzahn in unmittelbarer Nähe des Eingangs Blumberger Damm ist ein Italienischer Renaissancegarten entstanden. Den Planern, dem Berliner Landschaftsarchitekturbüro LEVIN MONSIGNY, stand dabei der Garten- und Landschaftsarchitekt Luigi Latini aus Florenz als fachkundiger Berater zur Seite.

Betritt man den Park über den Eingangsplatz am Blumberger Damm, so kann man den Garten zunächst nur erahnen, da er verborgen hinter dichten, immergrünen Gehölzpartien, dem Bosco, liegt. Zu erblicken sind zunächst allein die ruinenhaft anmutenden Fragmente einer von Pflanzen überwucherten Treppenanlage – einst entstanden im Rahmen der Berliner Gartenschau 1987. Nach oben erblickt man durch kleine Öffnungen gerade genug, um neugierig zu werden und die seitlichen Parkwege hinauf zu gehen. Zierapfelbäume begleiten den Besucher auf seinem Weg zur großen Terrasse des „Giardino della Bobolina“. Durch ein großes schmiedeeisernes Tor gelangt man in den Hauptgarten, in dessen Mitte ein Brunnen und eine Fontäne stehen.

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Von hier aus erreicht der Besucher zwei unterschiedliche Gartenräume: Den steinernen Vorplatz durch ein mächtiges zweiflügeliges Holztor in der Loggia und den tiefer gelegenen Giardino segreto über eine schmale Natursteintreppe. Alle Gartenteile sind gefasst von Mauern oder Hecken und fügen sich in die leicht bewegte Topographie des Ortes ein.

Die Ausstattung der einzelnen Gartenteile entführt die Besucher zu einer Zeitreise in sonnige italienische Gefilde: Das aus vier Kompartimenten gebildete Parterre ist ein Zitat aus der Zeit der Renaissance; steinerne Brunnen, Terrakotten und antike Skulpturen erzählen Geschichten längst vergangener Zeiten. Gezielte Ausblicke öffnen sich hinaus auf die weite Fläche des Parks und machen so die Landschaft am Westhang des Kienberges zum Bestandteil der geschützten Gärten.

Die vorgelagerte Terrasse verzahnt die Anlage mit der großen Fläche des Parks. Unterschiedliche dekorierte Sitzmöglichkeiten – vor allem diverse Bänke aus Stein – zwischen mediterranen Kübelpflanzen bieten Platz zum Ausruhen. Fast könnte man meinen, man hätte die Hochhaussiedlungen weit hinter sich gelassen.

Die Gärten selbst werden von 2 m bis 2,80 m hohen Eibenhecken eingefasst. Buchsbaumhecken bilden die Parterres. Blüten- und Schmuckpflanzungen ergänzen die Bepflanzung: Orangenbäumchen und Rosen-Hochstämme in Kübeln, Formgehölze aus Buchsbaum und Stauden- und Rasenpflanzungen runden das Bild ab.

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Im Hauptgarten ist das Kieselpflaster ein besonderer Schmuck. Weiße Marmorkiesel werden durch schwere Pflastersteine eingerahmt. Im Giardino segreto gibt es Kieswege, um so ein typisches Motiv der Renaissancegärten aufzugreifen, das dem eher „privaten“ Ambiente dieses Gartenteils gerecht wird. Platten, Pflaster und Treppenstufen bestehen aus einem hellgrauen Sandstein, so wie dies in den früheren Renaissancegärten Italiens oft üblich war.

Eine besondere Bedeutung für die Ausgestaltung haben die Einfassungs­mauern, die die Gartenräume definieren. Sie sind aufwändig gestaltet, mit verschiedenen Nischen, Fenstern, Durchgängen und vorgelagerten Säulen.

Die Nische im Giardino segreto mit Wandbrunnen wurde mit Tuffstein und eingelassenen Wasserdüsen belegt, um so an eine Grotte als typisches Gestaltungselement des Italienischen Gartens zu erinnern.

Ein Kind mit seinem Vater bestaunt den grossen Brunnen.