
Gartengestaltung
Bei der Gestaltung des „Seouler Gartens" wurde großer Wert auf die Besonderheiten der traditionellen koreanischen Gartenkultur gelegt. Drei unterschiedliche Bereiche kennzeichnen die Anlage: freie Räume oder Höfe, die als »Ma-Dang« bezeichnet werden, der Pavillon und die Landschaft. Die Landschaft stellt ein Abbild der realen Naturlandschaft Koreas mit ihren Felslandschaften und der typischen koreanischen Vegetation dar. Kiefern, Bambus, Eichen und Fächerahorn sind einige der verwendeten Baumarten. Der Seouler Garten besitzt vier von Mauern eingefasste Höfe mit unterschiedlich gestalteten Toren und einen Pavillon, der auf Felsen gebaut unmittelbar am Wasser steht. Er wird »Kye Zeong« (Pavillon am Wasser) genannt und beinhaltet für Korea typische Wohnräume.
Zu den auffälligsten Elementen des neuen Gartens gehören abstrakte Figuren, die an Wegen oder vor den Mauern der Höfe stehen und auf das schamanische Weltbild Koreas zurückgehen. Die großen Holzfiguren oder Totempfähle werden als »Zang Sung« bezeichnet, an sie wenden sich die Menschen mit ihren Wünschen. Wesentlich kleiner sind die »Buk Su«, die vor Naturkatastrophen wie Feuer, Hochwasser oder Epidemien schützen sollen. Die hohen Masten mit abstrahierten Vögeln an der Spitze symbolisieren den schamanistischen Geistermast und werden »Sot Dä« genannt. Die Vögel sind Boten, die die Gebete der Menschen zu den Geistern in den oberen Welten tragen.


