
Kalenderplatz
Eingebettet in den am stärksten ökologisch orientierten, nordöstlichen Parkbereich demonstriert der Kalenderplatz mit architektonisch-künstlerischen Mitteln das Wirken von Naturkräften, kosmischen Kreisläufen und astronomischen Gesetzmäßigkeiten. Die Gesamtanlage hat einen Durchmesser von 99 m.
Die wesentlichen Gestaltungselemente des Kalenderplatzes sind:
- Die große halbkreisförmige Platzfläche. Sie ist gleichzeitig Zifferblatt und Jahreskalender. Auf dem Granitpflaster sind Stunden- und Monatslinien, die Mittagslinie, die Sommer- und Wintersonnenwende sowie die Tag- und Nachtgleichen markiert.
- Der schattenwerfende Stab mit der goldenen Sonnenkugel an der Spitze. Er erhebt sich 14 Meter hoch, neigt sich genau nach Norden im Winkel der Erdachse in Berlin. Wegen seines Bezugs zum Himmelspol wird er deshalb auch Polos genannt.
- Im Norden, zwischen 10.00 Uhr und 14.00 Uhr, liegt das in den Stundenring eingebettete Orangerie-Cafe.
- Der Ring der 24 Stunden, bestehend aus stählernen Rippen.
Bei diesigem Wetter oder in den Morgen- und Abendstunden können die vollen Stunden direkt über die Stundenrippen abgelesen werden,
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unabhängig von der Jahreszeit. Jedes Stundenrippenpaar bildet mit der Achse des Polos eine Ebene. Jedes Paar besitzt einen anderen Neigungswinkel. Der Durchgang der Sonne durch diese Ebenen markiert die wahre Berliner Ortszeit. Sie kann mit Hilfe einer Zeitgleichungstabelle auf die mitteleuropäische Uhrzeit umgerechnet werden.
Bei Sonnenschein kann die Zeit oberhalb des Schattens des Polos abgelesen werden, und zwar minutengenau über dem Minutenring, der im Radius von 7 m um den Fuß des Polos verläuft. Mit Hilfe der Zeitverbesserungstabelle kann eine Korrektur von wahrer Berliner Ortszeit auf die mitteleuropäische Ortszeit vorgenommen werden. Die Mittagslinie in Form einer Lemniskate (liegende 8) enthält die Korrekturtabelle mit Tagesmarkierungen und Minutenabweichungen.
Im Inneren des Cafes wirft die genau Nord-Süd-ausgerichtete und parallel zum Pol befindliche Kenzeichnung um Punkt 12.00 Uhr Berliner Ortszeit ihren Schatten auf die goldene Meridianlinie in der Mittelachse des Cafes.
Die Kalenderzeiten - Tage, Monate, Tag- und Nachtgleichen sowie die Sommer- und Wintersonnenwende - können oberhalb des Schattens der Edelstahlkugel des Polos abgelesen werden. Diese Kugel befindet sich exakt über dem geometrischen Mittelpunkt des Platzes. Die farbigen Linien der Kalenderzeiten sind über der Markierung der jeweiligen Monatsersten kenntlich gemacht. Diese Punkte sind durch rote Granitplatten markiert, in deren Zentrum sich Messingscheiben mit gleichem Durchmesser wie die Polos-Kugel befindet.


